6 Möglichkeiten, um seine digitalen Arbeitsmaterialien richtig zu organisieren – Teil 3: Arbeiten mit Twitter

Sie sind ein Experte für ein spezielles Thema? Sie müssen in diesem Thema immer UpToDate bleiben, weil Sie sonst den Anschluss verlieren? Und Sie fragen sich, wie Sie sich am effektivsten mit der heutigen Informationsflut und Ihrem Themenbereich auseinandersetzen? Dann sind Sie hier genau richtig. Denn hier folgt der dritte Teil der Serie: 6 Möglichkeiten, um seine digitalen Arbeitsmaterialien richtig zu organisieren. Im ersten Teil konnten Sie den RSS kennenlernen und erfahren, wie dieser Ihnen im effektiven Umgang mit Ihren Arbeitsmaterialien helfen kann. Im zweiten Teil konnten Sie lernen, wie Sie Webseiten verschiedener Browser abspeichern können und erhielten 3 nützliche Tipps, wie Sie Ihre Dateien perfekt digital organisieren. Im heutigen Teil möchte ich Ihnen den Mikroblogging-Dienst Twitter vorstellen und Ihnen zeigen, wie Ihnen dieser bei der Organisation Ihrer digitalen Materialien helfen kann.

Warum Twitter?

Das ist eine durchaus berechtigte Frage, die selbstverständlich wie so vieles, die Geister scheidet. Twitter ist ein Kurznachrichtendienst, der in den letzten Wochen im Übrigen 10 Jahre alt geworden ist. Twitter ist kostenlos und als Twitter-Benutzer können Sie andere Twitter-Nutzer abonnieren und deren Tweets (Nachrichten) folgen. Folgende Gründe sprechen also für eine Nutzung von Twitter:

  • Netzwerken: Wenn Sie anderen Experten aus der Branche folgen und diese wiederum Ihnen, werden Sie in kurzer Zeit ein Netzwerk haben, was Ihnen sehr nützlich sein kann.
  • Kommunikation: Mit diesem Netzwerk können Sie auch über Twitter kommunizieren und so wertvolle Informationen erhalten.
  • Branchenneuigkeiten: Haben Sie für Sie relevante Personen aus Ihrer Branche abonniert, bekommen Sie brandaktuelle News und Strömungen mit. Weiterhin gibt es immer wieder gute weiterführende Links zu weiteren Artikeln. Damit wird Twitter zu einer schnellen, wichtigen und vor allem für Sie gut gefilterten Informationsquelle.

Was ist denn bitte ein #Hashtag und eine Timeline?

Ja, es gibt eine Twittersprache. Die ist jedoch recht unkompliziert. Folgende Twitter-Begriffe sollten Sie kennen:

  • #Hashtags sollen es ermöglichen, Themen zu kennzeichnen. Das Ganze erleichtert die Themensuche. Möchten Sie zum Beispiel Tweets und Artikel zum Thema Wissensmanagement bei Twitter finden oder möchten Sie, dass Ihr Tweet zum Thema Wissensmanagement gefunden wird, dann setzen Sie das Rautezeichen vor das jeweilige Thema: z.B. #Wissensmanagement
  • Tweets sind die Nachrichten, welche man auf Twitter veröffentlicht und können max. 140 Zeichen lang sein. Die Zeichenanzahlbeschränkung ist sehr umstritten. Ich ganz persönlich finde sie gut. Mann MUSS sich kurz fassen! Diese sogenannten Tweets können auch Links enthalten.
  • Timelines haben Sie jeweils zwei pro Account. Da wäre zum einem die öffentliche Timeline auf twitter.com, welche die letzten Tweets aller Twitterbenutzer anzeigt. Und dann gibt es noch Ihre Timeline, welche alle Tweets von den Personen enthält, denen Sie folgen.
  • Follower sind Twitternutzer, welche anderen Twitternutzern folgen.
  • @replies sind Twitternutzerverlinkungen (was für ein Wort!!!). Zum Beispiel „@PKwissenswertes twittert rund um das Thema #Wissensmanagement bei #KMU“. Dabei verlinkt man einen Twitternutzer im eigenen Tweet. Dieser Twitternutzer erhält dann eine eigene Benachrichtigung, aber auch die eigenen Follower erhalten den üblichen Tweet und die Verlinkung zum „empfohlenen“ Twitternutzer.
  • Lists ermöglichen es, die vielen Twitternutzer in Listen zu sortieren und zusammenzufassen. Das macht besonders Sinn, wenn man vielen Twitternutzern folgt. So bewahrt man den Überblick.
  • Direct Messages sind Direktnachrichten an nur einen spezifischen Benutzer. Sozusagen eine Privatnachricht.
  • URL-Shortener hat primär nicht viel mit der Twittersprache zu tun, ist aber ein hilfreicher URL-Verkürzer. Manche Links sind einfach unheimlich lang und bei 140 Zeichen möchte man ja dennoch noch etwas Kurzes zu dem Link schreiben. Zum Linkkürzen gibts einige Anbieter. Ich nutze Bitly. Bei diesem kostenlosen und sehr zuverlässigen Service gibt man einfach nur den langen Link ein und erhält eine kurze Version. Wird bei Twitter auf die kurze Version geklickt, wird man zur ursprünglichen URL weitergeleitet.

Und so funktioniert die Organisation Ihrer digitalen Arbeitsmaterialien

  • Folgen Sie Influencern Ihrer Branche oder Ihrer Themenbereiche! Am Anfang macht sich der # dabei ganz gut. Befinden Sie sich zum Beispiel in der Weiterbildungsbranche, dann geben Sie in die Suchleiste oben bei Twitter (die Lupe) #Weiterbildung oder verwandte Begriffe, wie #Erwachsenenbildung ein. Gleich darauf sehen Sie eine Reihe an Tweets. Die jeweiligen Twitternutzer dieser Tweets können Sie sich nun genauer anschauen. Passt da einer zu Ihrem Thema, dann folgen Sie diesem einfach. Nun erhalten Sie dessen Tweets und somit Neuigkeiten aus Ihrer Branche in Ihrer Timeline.
  • Folgen Sie den Twitternutzern, welchen Ihre Influencer folgen! Klar sollten Sie vorher sich diesen Twitternutzer und dessen letzte Tweets mal angeschaut haben, aber meistens sind da wahre „Newsperlen“ zu finden.
  • Folgen Sie Ihren Newsseiten, welche Sie im Netz regelmäßig besuchen! Haben Sie Internetseiten, auf denen Sie regelmäßig Ihre Branchennews einholen? Dann schauen Sie mal nach deren Twitteraccount und folgen diesen. So sparen Sie sich das Suchen im Netz und haben alles gleich auf Twitter parat.
  • Beobachten Sie doch einfach mal Ihre Konkurrenz! Ich finde den Begriff der Konkurrenz heute total überholt. Mitspieler, Kooperationspartner oder Netzwerkpartner passt besser. Denn heute ist es besonders als KMU’ler mehr denn je relevant, Partnerschaften und Kooperationen mit den vielleicht ehemaligen Konkurrenten einzugehen. Als Alleinkämpfer wird es auf Dauer sehr schwierig. Aber das soll jetzt nicht Themenschwerpunkt werden. Vielmehr sollten Sie bei Twitter schauen, was denn Ihre (besser!) Netzwerkpartner und Mitspieler so twittern und wem sie folgen.
  • Kommen Sie in Kontakt! Durch Twitter können Sie gut mit Gleichgesinnten in Kontakt treten. Das kann sehr nützlich sein, um Kooperationspartner und neue Brancheninformationen zu bekommen.
  • Legen Sie Listen an! Wie oben bereits erwähnt, sollten Sie ab einer gewissen Anzahl von Twitternutzern, welchen Sie folgen, Listen anlegen. So organisieren Sie sich besser Ihre relevanten Themenbereiche.
  • Räumen Sie regelmäßig auf! In der Euphorie folge ich manchmal Twitternutzern, welche letztendlich nicht mehr viel mit meinem Themenbereich zu tun haben. Vielleicht, weil mal ein guter Tweet dabei war oder ich auch das Profil anderweitig interpretiert habe. Diese „entfolge“ ich dann einfach wieder, um mir meinen Überblick zu behalten. Sorry Leute, das hat nichts mit Euch zu tun!

Und zum Abschluss noch ein paar „hilfreiche“ No Gos

Auch wenn Sie auf Twitter selbst gar nicht sooo viel tweeten und den Account eher als Newssammler nutzen, gibt es so einige Verhaltensweisen, die Sie nicht an den Tag legen sollten. Hier ein kleiner subjektiver Einblick:

  • Folgen Sie nicht jedem, der Ihnen folgt. Glauben Sie mir, Ihre Timeline wird dadurch unübersichtlich und Sie holen sich die Datenflut wieder ins Haus.
  • Falls Sie mal einen Link tweeten, schreiben Sie auch kurz dazu, was Ihre Follower hinter diesem Link erwartet.
  • Betteln Sie nicht um Re-Tweets. Wenn Ihre Follower Ihre Tweets gut finden, retweeten sie diese von allein.
  • Bleiben Sie beim Thema und vertwittern Sie sich nicht. Sonst wird’s #unübersichtlich.
  • Twittern Sie nicht zu viel. Das nervt und wird zum Spam.

Für mich ist Twitter eine wunderbare Möglichkeit geworden, die vielen vielen Informationen, welche im Netz und überall rumschwirren, zu filtern und auf mich zu personalisieren. Neben der Informationsorganisation können Sie Twitter natürlich auch anderweitig nutzen. Beispielsweise zum Contentmarketing. Hier finden Sie dazu einen guten Artikel mit hilfreichen Twittertools. Und auch bei der Karrierebibel finden Sie noch weitere Tipps und Tools rund um Twitter.

Nutzen Sie Twitter bereits? Wozu dient Ihnen der Kurznachrichtendienst? Oder finden Sie Twitter eher unpraktisch zur Organisation der Datenflut? Lassen Sie es uns doch in den Kommentaren wissen!

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